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Europäisches Förderprogramm QuantERA: 2,8 Millionen Euro für die Forschung zu Quantentechnologien an der TU Dortmund

Von neuen Quantentechnologien versprechen sich Wissenschaft und Industrie vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten – von der Kommunikation über die Sensorik bis hin zum Computing. Die EU fördert daher gemeinsam mit den nationalen Forschungsförderorganisationen im Netzwerk „QuantERA“ transnationale Projekte zur Erforschung und Anwendung von Quantentechnologien. In der aktuellen Runde konnten sich europaweit 24 Projekte durchsetzen, an zweien davon sind Physiker*innen der TU Dortmund beteiligt. Die beiden Projekte werden mit insgesamt 2,8 Millionen Euro über drei Jahre gefördert.

Grafische Darstellung eines Quantenspeicherknotens, der im Projekt MEEDGARD untersucht wird. Foto: TU Dortmund / Leon Zaporski

Speicherknoten für Quantenetzwerke wird erforscht

Dr. Doris Reiter, die mit ihrer Arbeitsgruppe im Bereich Theorie der kondensierten Materie an der Fakultät Physik forscht, leitet das Projekt MEEDGARD. Zusammen mit acht Partner*innen aus Deutschland, Großbritannien, Österreich und Polen wird darin ein Speicherknoten für Quantenetzwerke erforscht. Dabei sollen Informationen im Kernspin von Atomen in einem Quantenpunkt, einer nanoskopischen Halbleiterstruktur, gespeichert werden. Um die gespeicherte Information auch wieder extrahieren zu können, muss sie in Lichtquanten umgewandelt werden, welche dann in verschiedenen Knoten des Netzwerks verteilt werden. Die Gruppe um Dr. Doris Reiter liefert für das Projekt die maßgebliche Theorie der dazugehörigen Licht-Materie-Wechselwirkung. Zum Projekt MEEDGARD.

Neuer Denkansatz zur Realisierung von Quantentechnologien

Prof. Marc Aßmann, der die Professur Festkörperphysik innehat, ist zusammen mit Partner*innen aus Deutschland, Polen, Italien und der Tschechischen Republik am Projekt QuCABOoSE beteiligt. Das Team möchte einen neuen Denkansatz zur Realisierung von Quantentechnologien aufstellen: Quantenzustände sind sehr fragil und können durch Wechselwirkungen mit ihrer Umgebung verändert oder sogar zerstört werden. Bisher wurden sie daher meist mit großem Aufwand von der Außenwelt isoliert. Die Gruppe um Prof. Marc Aßmann untersucht nun, wie man im Gegensatz dazu die Umgebung so maßschneidern kann, dass sie die Quantenzustände nicht beeinträchtigt und sogar nützliche Funktionen übernehmen kann. Ziel des Projekts ist es, diese Wechselwirkungen zwischen einem Quantensystem und seiner Umgebung auszunutzen, um die Effizienz von Quantenalgorithmen zu steigern.
Zum Projekt QuCABOoSE.

Über QuantERA

QuantERA ist ein europäisches Forschungsnetzwerk für Quantenwissenschaften und -technologien, gefördert durch Horizon 2020. Es zielt darauf ab, die europäische Zusammenarbeit in diesem Bereich zu stärken und Spitzenforschung zu fördern. Deutschland ist über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die VDI Technologiezentrum GmbH an QuantERA beteiligt.

Hier lesen Sie die vollständige Pressemitteilung der TU Dortmund.

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