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Stadt Dortmund kauft Grundstücke auf PHOENIX West: TechnologieZentrumDortmund wird die weitere Entwicklung der Flächen künftig steuern

Die Stadt Dortmund hat von dem Unternehmen Walas Europe B.V. (World of Walas) die Grundstücke Schalthaus 101, die Hochofenanlage sowie das westlich des Hochofens angrenzende Baufeld 13 auf PHOENIX West gekauft. Der Kauf erfolgte über das Sondervermögen Verpachtung Technologiezentrum Dortmund (SVTZ). Das TechnologieZentrumDortmund (TZDO) wird die weitere Entwicklung der Flächen künftig steuern.

Der Kaufvertrag wurde unter Vorbehalt eines entsprechenden Ratsbeschlusses und der Zustimmung durch NRW Urban, der vorherigen Grundstückseigentümerin, geschlossen. Am 10. Januar 2023 hatte sich der Verwaltungsvorstand mit diesem Thema befasst.

 

Die Stadt Dortmund hat die Grundstücke Schalthaus 101, die Hochofenanlage sowie das westlich des Hochofens angrenzende Baufeld 13 auf PHOENIX West gekauft. Foto: Hans Blossey

Der Wiederverkauf durch Walas Europe B.V. ist in guten, konstruktiven und vor allem harmonischen Gesprächen zustande gekommen. Das Unternehmen bedauert zutiefst, dass es seine Ideen nicht mehr so entwickeln kann, wie es der Standort PHOENIX West verdient.

Kauf des Herzstückes von PHOENIX West

Heike Marzen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Dortmund und Betriebsleiterin des SVTZ erklärt dazu: „Durch den Kauf dieses Herzstückes von PHOENIX West können wir nun die Anforderungen der Wirtschaft wie auch der Stadtgesellschaft direkt in die aktive Entwicklung dieses Standortes einfließen lassen."

Erfolgsmodell Technologiepark Dortmund fortführen

Dirk Stürmer, Geschäftsführer des TechnologieZentrumDortmund, ergänzt: „Mit dieser neuen Rolle und den damit verbundenen Möglichkeiten sind wir nun in der Lage, das Erfolgsmodell Technologiepark Dortmund am Standort PHOENIX West fortzuführen."

Rückblick: Kauf durch World of Walas im Jahr 2018

Der kanadisch-niederländische Projektentwickler World of Walas (Walas) hatte im Jahr 2018 die rund 56.200 Quadratmeter Fläche auf PHOENIX West von NRW Urban erworben. Ziel war es, die Flächen als gemischten Technologie- und Dienstleistungsstandort zu entwickeln und auch für kultur- und freizeitwirtschaftliche Nutzungen zu öffnen. Dabei sollten die Relikte der Industriegeschichte, die den Standort prägen, integriert werden. Mit dem Kauf ging Walas die Verpflichtung ein, dieses Konzept umzusetzen.

Das Dortmunder Projektteam von World of Walas entwickelte in den darauf folgenden Jahren eine Reihe von kreativen und innovativen Ansätzen. So gab es Ideen für ein modulares Raumkonzept in der Hülle des alten Schalthauses 101 sowie für ein World Innovation Center auf der Fläche der Hochofenanlage. Internationale Delegationen zeigten Interesse. Ferner wurden verschiedene neue Technologieansätze wie „Urban Gardening“ und „Aquaponik“ inklusive entsprechender Geschäftsmodelle diskutiert.

Leider ließen sich diese Ansätze aufgrund einer Reihe von Entwicklungshemmnissen nicht umsetzen. Einer der entscheidenden Faktoren war hier sicherlich der unerwartete Tod des Inhabers und Geschäftsführers von World of Walas, Gerben van Straaten. Mit ihm verlor das Unternehmen den zentralen Impulsgeber, Entwicklungstreiber und Visionär.

 

PHOENIX West ist schon jetzt eine renommierte Dienstleistungs- und Technologieadresse. Foto: Hans Blossey

Status quo Standort PHOENIX West

Im Überblick ist PHOENIX West schon jetzt eine renommierte Dienstleistungs- und Technologieadresse. In den letzten Jahren sind dabei eine Reihe von neuen Technologie- und Anwendungsbereichen hinzugekommen. Das TechnologieZentrumDortmund (TZDO) ist als Impulsgeber gleich mit zwei Kompetenz- und Anwendungszentren vor Ort vertreten. In der MST.factory dortmund (MST) und im Zentrum für Produktionstechnologie Dortmund (ZfP) sind insgesamt über dreißig junge, innovative Hightech-Firmen ansässig. Im Umfeld der Zentren haben sich zahlreiche Unternehmen niedergelassen, so beispielsweise die Firmen Amprion, Albonair und Bechtle IT. Weitere Unternehmen, wie beispielsweise Materna, sind gerade dabei, ihre Bauvorhaben dort voranzutreiben.

Standortentwicklung unter Federführung des TZDO

Um nun möglichst zeitnah Interessenten und Wachstumsunternehmen auf PHOENIX West notwendige Perspektiven bieten zu können, beabsichtigt die Stadt Dortmund, die Entwicklung der zentralen Liegenschaften rund um den Hochofen weiter anzutreiben und dabei gegebenenfalls einige der ursprünglichen Konzeptbausteine aufzugreifen. Die Aktualisierung und Neuausrichtung der Standortentwicklungsstrategie wird unter der Federführung des TZDO geschehen.

Das TZDO ist bereits seit 2005 auf PHOENIX West ansässig und verfügt somit über umfassende Kenntnisse zur Standorthistorie und darüber hinaus seit den 1980er Jahren über eine ausgewiesene Expertise für die wirtschaftliche Entwicklung von Technologie- und Wirtschaftsstandorten in Dortmund.

Neben der Weiterentwicklung von PHOENIX West als Technologiestandort haben sich aber auch freizeitwirtschaftliche und kulturelle Nutzungen etabliert. Auch hier wird es eine strukturierte Weiterentwicklung des Bestandes geben.

Erhalt der industriehistorischen Gebäude

Ferner ist und bleibt der Erhalt der industriehistorischen Gebäude und Anlagen sowie der denkmalgerechte Umgang mit ihnen ein wichtiger Baustein des Standortentwicklungskonzeptes. Hier gilt es Alt und Neu zu verbinden, indem wirtschaftlich tragfähige Konzepte für die Neunutzung des historischen Baubestandes gefunden werden. Dabei sollen nach Möglichkeit die ortsprägenden, zentralen Landmarken, wie beispielsweise die beiden Hochöfen und der HOESCH-Gasometer, erhalten bleiben

Ausblick: TZDO erstellt Machbarkeitsstudie

Vom TZDO wird nun eine Machbarkeitsstudie sowie ein Umsetzungskonzept erstellt, das die bisherigen Qualifizierungsschritte und Meilensteine der Standortentwicklung berücksichtigt und dann die Basis für alle weiteren Schritte der Wiederbelebung bilden wird.

PHOENIX West ist einer der Zukunftsstandorte der Stadt Dortmund und hat als solcher eine enorme Leuchtturmwirkung mit überregionaler sowie internationaler Wahrnehmung. Daher gibt es auch hohe Qualitätsansprüche an die städtebauliche, architektonische Gestaltung des Standortes sowie an den Nutzungsmix.

Hier lesen Sie die vollständige Pressemitteilung der Stadt Dortmund als PDF-Datei.

Interview mit TZDO-Geschäftsführer Dirk Stürmer

Ein Interview mit TZDO-Geschäftsführer Dirk Stürmer finden Sie hier auf dem YouTube-Kanal der Stadt Dortmund.

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